Geschichte des Hospizes

Historisch gesehen, gibt es Hospize bereits seit dem Mittelalter. Als „Raststätten am Wege“, die von Klöstern betrieben wurden, waren sie Anlaufstellen für Kranke. Heute sind Hospize Einrichtungen, in denen Menschen, die aufgrund einer nicht mehr heilbaren Krankheit dem Tode nahe sind, umfassend betreut und begleitet werden.

Als Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin gilt – neben Elisabeth Kübler-Ross – Cicely Saunders (*1918, † 2005).

Saunders war eine englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester. Sie war der festen Überzeugung, dass es möglich ist, die letzte Phase im Leben eines Menschen angenehm zu gestalten.

Mit £ 500, die sie 1948 erbte, wollte sie ein Hospiz eröffnen. Doch es dauerte noch 20 Jahre, bis 1967 das St. Christopher's Hospice im Südosten Londons seine Tore öffnen konnte.

Als Christin lehnte sie Lebensverkürzung (Sterbehilfe) strikt ab. Für sie war Sterben die Chance, Freunden und Familie noch einmal Dank zu sagen und bewusst Abschied zu nehmen. Saunders sprach sich für eine angemessene Schmerztherapie aus sowie für die Trauerarbeit von Hinterbliebenen.

Mit ihrer Idee und ihrer Arbeit legte sie den Grundstein dafür, dass es in Großbritannien nunmehr 220 Hospize gibt, weltweit sind es derzeit über 8.000. Das erste stationäre Hospiz in Deutschland wurde 1986 in Aachen gegründet (Haus Hörn). Zur Zeit gibt es in der Bundesrepublik 162 stationäre Hospize, 1.500 ambulante Hospizdienste und 166 Palliativstationen. Insgesamt arbeiten ca. 80.000 Ehrenamtliche in der Hospizbewegung, sie ist damit eine der größten Bürgerschaftsbewegungen Deutschlands.

Saunders selbst starb 87-jährig in dem von ihr eröffneten Hospiz.

In Deutschland hat u. a. Christoph Student viel zur Entwicklung der Hospizbewegung beigetragen.

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau haben sich seit Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts kirchliche Hospizinitiativen zusammengeschlossen zur Arbeitsgemeinschaft Hospiz in der EKHN.