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Patientenverfügung

Seit dem 1. September 2009 gilt ein „Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts“. Damit sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 1901a ff. BGB) die Voraussetzungen, die Bindungswirkung und die Reichweite von Patientenverfügungen nun ausdrücklich und eindeutig geregelt.

Die neuen rechtlichen Regelungen sehen in den Grundzügen Folgendes vor: Patientenverfügungen können nur von einwilligungsfähigen Volljährigen verfasst werden. Sie müssen schriftlich vorliegen, können aber jederzeit formlos widerrufen werden. Sie gelten unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung.

Die in ihnen getroffenen Entscheidungen über eine bestimmte medizinische Behandlung sind unmittelbar verbindlich und müssen von Ärzten, Betreuern und Bevollmächtigten umgesetzt werden, wenn die Behandlungs- und Lebenssituation eintritt, für die die Patientenverfügung ausgestellt wurde. Passt die Verfügung nicht auf die Krankheitssituation oder liegt keine Patientenverfügung vor, müssen Arzt, Betreuer und/oder Bevollmächtigter gemeinsam zu einer Entscheidung kommen. Bei Meinungsverschiedenheit entscheidet das Betreuungsgericht.

Um im Falle einer schweren Erkrankung oder Verletzung eine brauchbare Patientenverfügung zu besitzen, ist eine umfassende Information und Auseinandersetzung mit der letzten Lebensphase unerlässlich. Bei Unsicherheiten sollte unbedingt die Beratung des Hausarztes oder ambulanter Hospizgruppen in Anspruch genommen werden. Einen Überblick über die Fragestellungen und Formularvorschläge bietet ein Download der „Christlichen Patientenvorsorge“ wie auch die sehr umfangreiche Broschüre des Bayerischen Justizministeriums „Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter“.

Ausgewählte Literatur

Elisabeth Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden, Stuttgart 1973 (versch. Neuauflagen und Nachdrucke)

Cicely Saunders: Brücke in eine andere Welt, Was hinter der Hospizidee steht. Freiburg 1999

Johann-Christoph Student (Hg.): Das Hospiz-Buch, Freiburg 1999

Johann-Christoph Student (Hg.): Sterben, Tod und Trauer, Handbuch für Begleitende. Freiburg 2004

Monika Renz: Zeugnisse Sterbender, Paderborn 2000

Kerstin Lammer: Den Tod begreifen, Neukirchen 2003

Monika Müller: Dem Sterben Leben geben, Gütersloh 2004

Reimer Gronemeyer: Sterben in Deutschland, Hamburg 2007

Sabine Brütting: Was macht der Krebs mit uns, Bonn 2011

Michael de Ridder: Wie wollen wir sterben, München 2011

Sabine Brütting: Was macht der Krebs mit uns? Kindern die Krankheit ihrer Eltern erklären. Bonn 2011

Andreas Heller/Sabine Pleschberger/Michaela Fink/Reimer Gronemeyer: Die Geschichte der Hospizbewegung in Deutschland, Ludwigsburg 2012

Gian Domenico Borasio: Über das Sterben, München 2013

Verena Begemann/Daniel Berthold/Manfred Hillmann: Sterben und Gelassenheit, Göttingen 2013